Aktuelles

Scheitert der Kindergartenneubau am Vallendarer Törchen?

Schadstoffe auf vorgesehenem Gelände

 

Noch in der letzten Stadtratssitzung nahmen die Ratsmitglieder zur Kenntnis, dass das Landesamt für Geologie und Bergbau umweltgeologische Untersuchungen empfahl. Der Grund:  Ablagerungen von schädlichen Stoffen auf dem vorgesehenen Kindergartengelände seien zumindest nicht auszuschließen.

 

Dieser Fall ist jetzt eingetreten, denn mitten in der Sommerpause lädt der Stadtbürgermeister für den 11.08.16 zu einer öffentlichen Ausschusssitzung ein, in der ein geologischer Untersuchungsbericht beraten werden soll.

 

Die SPD-Fraktion der Stadt Höhr-Grenzhausen legt sich in dieser Angelegenheit bereits im Vorfeld fest, dass ein Kindergartenbau auf einer kontaminierten - also mit Schad- und Gefahrstoffen belasteten - Fläche überhaupt nicht in Frage kommt. Auch wenn ein großzügiger Bodenaustauch hier vielleicht Abhilfe schaffen könnte, bleibt in der Sache immer ein ungutes Gefühl, denn hier wird nicht ein Gelände für einen Parkplatz geschaffen, sondern hier sollen Kinder mehrere Jahre ihres jungen Lebens verbringen, spielen und Natur kennenlernen.

 

Natürlich wird eine solche Entscheidung viel Geld kosten, Geld, das für Planungen und Vergaben bereits fort ist. Das müssen wir aber dann als Lehrgeld abschreiben; unnötiges Lehrgeld für diesen Bürgermeister, der den Kindergartenneubau mit der Brechstange durchsetzen will und dabei nur auf einen eher moderaten bis Ende 2017 befristeten Zuschuss schielt.

Für einen Kindergarten gibt es keine Schadensbegrenzung, wenn sich die Verwaltung und letztlich auch die städtischen Gremien verlaufen haben, gilt nur eines:  Reset-Knopf drücken, alles auf Null setzen und einen neuen Platz für den zwingend erforderlichen Kindergarten suchen und finden.

Parallel, aber unabhängig von dieser Entscheidung zum Wohl der Kinder, ist sorgfältig zu prüfen, was hier eigentlich schiefgegangen ist und wie solche Pleiten zukünftig möglichst verhindert werden. Schon jetzt gehört dazu die Feststellung, dass Planungen größerer Vorhaben unter Zeitdruck mit hoher Wahrscheinlichkeit  Probleme aufwerfen und jedes Projekt in der richtigen Reihenfolge bearbeitet werden muss.

Der erste Schritt muss sein, zu hinterfragen, ob das vorgesehene Gelände  überhaupt geeignet ist.  Was hier geschieht – und im übrigen bei städtischen Vorhaben immer wieder passiert (siehe Bau der Straße Am Sonnenhang), führt zu erheblichen Mehrkosten, weil auch seitens des Bauamtes im Zweifel mehr geglaubt als geprüft wird.

Uwe Finke