Stadtentwicklung

Ein Teil Alt-Höhr geht verloren

 

Im Sanierungsausschuss der Stadt wurde der Abriss des unter Denkmalschutz stehenden Hauses Mittelstr. 13 beschlossen, bekannt als „Hackenbrock`sches Haus. BM Thiesen fragte anfangs der Sitzung lapidar, ob jemand etwas dazu zu sagen hätte, der Abriss stünde ja schon im Haushalt.

 

Im  entsprechenden Ausschuß sprach ich mich ausdrücklich gegen den Abriss aus und erläuterte die Bedeutung des Gebäudes.

 

Es wurde in der 2.Hälfte des 17.Jahrhunderts erbaut als Fachwerkhaus in Ständerbauweise, dass vermutlich erst später verputzt wurde. Der Niederlass auf der Nordseite, eine für viele Westerwälder Bauernhäuser typische heruntergezogene Dachverlängerung, barg Nebenräume wie Schlafkammern oder den Viehstall. Im Innern ist teilweise eine ursprüngliche Spindeltreppe erhalten, die Raumeinteilung relativ unverändert. Gemessen am Alter von über 300 Jahren ist der Zustand nicht so desolat wie man befürchten könnte. Es liegt dort, wo das Dorf Höhr seine Entwicklung nahm, mitten im Töpfergebiet. In der Nachbarschaft wurden neben Ofenresten sogar Siegburger Scherben (!) gefunden. Nach mündlicher Überlieferung soll in diesem Haus die erste Höhrer Kapelle gewesen sein.   Insofern besitzt dieses Gebäude neben dem bauhistorischen Wert auch stadtgeschichtliche Bedeutung. Natürlich ist der Erhalt nicht zum Nulltarif zu haben, aber man muss sich trotzdem gründliche Gedanken über Erhalt, dessen Kosten und Nutzung machen. Eine öffentliche Nutzung sei denkbar, schließlich liegt das Gebäude im Sanierungsgebiet, was Zuschüsse bedeute. Spontan schlug er vor, hier einen „Stadttöpfer“ zu installieren, andere haben einen Stadtschreiber. Zum Stadttöpfer für ein Jahr könnte z.B. ein ausgezeichneter Absolvent der Fachschule gekürt werden.

 

Das Interesse der anderen Ausschussmitglieder war gering. Außer, dass der Erhalt unwirtschaftlich sei (welches Kulturdenkmal ist wirtschaftlich?) und man gehört habe, dass schon vor dem Erwerb über den Abriss gesprochen worden wäre (schließlich steht der Abriss deshalb auch im Haushalt). Keine Nachfragen zum Zustand, zur Historie oder Möglichkeiten des Erhalts. Zur Frage, was dann mit dem abgeräumten Grundstück passieren solle, das aufgrund der schmalen Front kaum noch zu bebauen sei, meinte der Bürgermeister zukunftsweisend nur: „Das sieht man dann.“ Erstaunlich - Abriss des Abrisses wegen? Oder gibt es besondere Erfordernisse des Gemeinwohles ((§13,1 DSchG)? Die Fragen blieben offen.

 

Fatal wird man an den Umgang mit anderen denkmalgeschützten Gebäuden der Stadt erinnert. Diese konnten durch den Einsatz der SPD gerettet werden, wie z. B. das ehemalige Hotel Müllenbach (Kiek In) Ecke Rathausstraße – Töpferstraße. Gruppen, die damals vehement den Abriss forderten und dabei nicht vor öffentlichen Schmähungen Andersdenkender zurück schreckten, werben heute mit diesem Gebäude für eine gelungene Stadtsanierung.

 

Uwe Ch. Finke, Ausschussmitglied und SPD-Fraktionsvorsitzender im Stadtrat

 

Dank an Lara (6 Jahre), die sich sofort drangemacht hat, den Kindergarten zu zeichnen!

 

Neue Kita am "Vallendarer Törchen" - eine gute Lösung

aber:
Schließung der Kita "Sonnenschein" - eine katastrophale Idee

 

Die Rhein-Zeitung berichtete: „Derzeit ist vorgesehen, die bestehende zweigruppige Kita Sonnenschein in die neue Einrichtung (also die neue Kita am Vallendarer Törchen) zu integrieren. Grundstück und Immobilie sollen dann verkauft werden. Laut Stadtbürgermeister Thiesen gebe es bereits einen ernsthaften Interessenten.“

 

Irgendwie ein Stück aus dem Tollhaus – wir brauchen für mindestens zwei Gruppen eine neue Kita (vielleicht auch für drei oder vier, wenn wir Neubaugebiet und Flüchtlinge mitbetrachten) und da fällt dem Bürgermeister nichts Besseres ein, als die Kita Sonnenschein abzuschreiben. Und wer glaubt, dass ein ernsthafter Interessent für Grund und Immobilie just in dieser Situation aufgetaucht ist, der glaubt auch ….. 

Egal wie man’s dreht oder wendet, wenn ich zwei bis drei neue Kita-Gruppen für weit über 50 Kinder brauche  und den „Sonnenschein“  integriere, muss ich einen Kindergarten für vier bis fünf Gruppen planen und bauen.

 

Nun hat diese unsere Stadt bekanntlich eines im Überfluss – Rücklagen und sprudelnde Einnahmen. Deshalb kommt es nicht wirklich darauf an, ob die neue Kita die eine oder andere Million teurer wird, für unseren Nachwuchs ist uns nichts zu teuer.

Aber Spaß beiseite – vielleicht will dieser ernsthafte Interessent unserer Stadt wirklich finanziell unter die Arme greifen und für das Grundstück und die Immobilie das bezahlen, was die Integration in die Kita „Vallendarer Törchen“ so in etwa kostet, nämlich eineinhalb Mio Euro.

Wenn dann noch stimmt, dass dieser Interessent  das heutige Kita-Gebäude „Sonnenschein“ als Wohnraum für Asylanten und Flüchtlinge zur Verfügung stellen will, dann bleibt uns als Sozialdemokraten nur noch die Bemerkung: Hut ab und Dank an den Investor.

 

Wenn aber die Welt so ist, wie wir vermuten, dass die Stadt finanziell kaum Luft hat und kein Investor uns einen neuen „Sonnenschein“ finanziert, dann sollten wir die sparsame und vernünftige Lösung wählen.

Diese muss heißen:  Erhalt der Kita „Sonnenschein“,die alle Forderungen an eine moderne Kita für die nächsten Jahre erfüllt, Bau der Kita „Vallendarer Törchen“ für zunächst maximal drei Gruppen und der Erweiterungsmöglichkeit um eine weitere Gruppe.

 

Mit zwei Kitas in Grenzhausen, einer zentral in Höhr sowie je einer Kita in den Baugebieten rechts und links der Emser Straße ergäbe sich eine vernünftige Aufteilung, die den erkennbaren Bedarf abdeckt.

Gerhard Dahm

 

 

Ideenwettbewerb für die Brachfläche unterhalb des Bethesda:

 

Am Damm

 

 

Das Gelände unterhalb vom „Bethesda“ ist zum größten Teil im Eigentum der Stadt oder gehört der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Kannenbäckerstadt mbH (WFG). Dies erleichtert erheblich die Umsetzung von Maßnahmen in diesem Bereich.

Mit rund 12.000 m² ist dieses Gelände das größte zentrumsnah gelegene Grundstück, für das noch keine planerischen Überlegungen bestehen. Jetzt sollte die Gelegenheit genutzt werden, ohne Vorgaben einen Ideenwettbewerb für das Gelände durchzuführen.

Ohne Vorgaben heißt, dass alle Nutzungsmöglichkeiten – von einer Grünanlage in der Stadtmitte über einen Markt- und Begegnungsplatz bis hin zu einer Wohnbebauung oder auch zu Fachmärkten – durchaus angedacht werden können. Das letzte Wort soll natürlich dem Stadtrat bleiben, aber wir können die „Vorarbeiten“ der WFG übertragen.

Hier sehen wir mehrere Vorteile:

  • Ein Großteil des zu überplanenden Geländes gehört der WFG, sie kann Herrin des Verfahrens werden.
  • Eine Durchführung durch die WFG verbilligt für die Stadt den Wettbewerb um 19%.
  • Der neue Geschäftsführer der WFG bringt den nötigen Schwung mit, um frei von Altlasten neue Ideen in die Stadt hineinzutragen.

Diese Vorteile können in der Übergangsphase zwischen und nach den Kommunalwahlen genutzt werden, um dem neuen Rat zügig ein Ergebnis präsentieren zu können. Die Ergebnisse aus diesem Wettbewerb werden sich möglicherweise auch auf die weitere Entwicklung in unserem Sanierungsgebiet Höhr auswirken, deswegen sollte das Verfahren nicht auf die lange Bank geschoben werden.

 

In seiner letzten Sitzung vor den Kommunalwahlen beschloss der Stadtrat, diesen Antrag der SPD-Fraktion zunächst im Bau- und Hauptausschuss weiter zu beraten. Grundsätzlich erklärten alle Fraktionen, dass sie diesem Vorstoß der SPD positiv gegenüberstehen.

 

Die neu gewählte Fraktion will dafür sorgen, dass dieses Thema direkt auf die Tagesordnung der zuständigen Ausschüsse kommt und erste Maßnahmen für den Ideenwettbewerb noch im Jahre 2014 eingeleitet werden.